Grüner Star

Der „grüne Star“ (= Glaukom) ist eine heimtückische, fortschreitende Sehnervenerkrankung. Im Anfangsstadium bemerkt der Patient wegen fehlender Warnzeichen die Erkrankung nicht. Unerkannt und unbehandelt kommt es zur Erblindung.

Haupt-Risikofaktoren sind ein erhöhter Augeninnendruck und/oder eine schlechte Durchblutung des Sehnerven (Papille) und der Netzhaut. Der Augeninnendruck beträgt normalerweise 13 bis 15 mm Hg und schwankt im Laufe des Tages um ca. 4 mm Hg. Glaukompatienten haben oft erheblich stärkere Druckschwankungen. Die gemessenen Druckwerte sind allerdings von der Dicke der Hornhaut abhängig. Bei einer dicken Hornhaut werden fälschlicherweise zu hohe Druckwerte gemessen, bei dünner Hornhaut zu niedrige. Eine schlechte Durchblutung des Sehnerven ist ein weiterer Risikofaktor. Deswegen können bei zunehmendem Patientenalter selbst bei „normalen“ Druckwerten innerhalb weniger Wochen erhebliche Sehnervenschäden auftreten. Die Sehnervenschäden können am frühesten an der Papille des Auges erkannt werden. Das ist die Stelle, an der die Sehnervenfasern das Auge in Richtung Gehirn verlassen. Die durch den Sehnervenfaserverlust auftretenden Sehstörungen werden durch die Gesichtsfeldvermessung nachgewiesen.

Die Ursache eines erhöhten Augeninnendrucks ist oft eine Abflussstörung der im Auge gebildeten Kammer-Flüssigkeit. Wahrscheinlich führen angeborene Anomalien des Abflusses zusammen mit Altersveränderungen und/oder spezifischen Augenerkrankungen zu einer „Abflussverstopfung“. Durchblutungsstörungen des Sehnerven sind ebenfalls meist alters- bzw. krankheitsbedingt.

Die Behandlung des grünen Stars ist eine vorbeugende Behandlung. Ziel ist eine ausreichende Drucksenkung und möglichst auch eine Verbesserung der Sehnervendurchblutung.

Achtung:
Ein nicht erkanntes Glaukom führt zur Erblindung. Durch Früherkennung und konsequente Behandlung lässt sich eine Sehverschlechterung fast immer vermeiden. Früherkennung dient somit Ihrer Sicherheit.
 

Die Diagnose des „Grünen Stars“ ist eine der wichtigsten augenärztlichen Aufgaben. Die Untersuchung soll klären, welche für ein Glaukom typischen Risikofaktoren vorliegen, ob bereits Sehnervenschäden vorhanden sind und ob diese weiter fortschreiten.

Eine wichtige Untersuchung ist die Augeninnendruck-Messung. Da der Druck im Tagesverlauf schwankt, ist eine mehrmalige (!) Augendruckmessung zu unterschiedlichen Tageszeiten nötig. Um den Augeninnendruck in seiner Bedeutung korrekt beurteilen zu können, ist außerdem eine Hornhautdicken-Messung mit der Pentacam (Pachymetrie) notwendig. Bei besonders dünner oder dicker Hornhaut müssen die gemessenen Augendruckwerte korrigiert werden.

Die Sehnerven- und Netzhautdurchblutung lässt sich durch eine genaue fotographische Vermessung der Netzhautgefäße (retinale Gefäßanalyse) und durch die Kontaktglas-Dynamometrie bestimmen. Bei der statischen Gefäßanalyse werden die Durchmesser von Arterien und Venen der Netzhaut bestimmt. Bei der dynamischen Gefäßanalyse wird die Funktion der Gefäße mit Flickerlichtreizung geprüft.

Bereits vorhandene Sehnervenschäden werden am besten durch eine dreidimensionale Vermessung des Sehnervenkopfes (Papille) mit einer Laserkamera erkannt (Heidelberg Retina Tomograph = HRT).

Die Daten können mit Normalwerten und mit früheren Untersuchungsergebnissen verglichen werden. Außerdem können mit der Frequenzverdopplungs-Perimetrie (FDT) – im Gegensatz zur herkömmlichen Computer-Perimetrie - besonders frühe Gesichtsfeldausfälle erkannt werden.

Zusammenfassung:
High-Tech-Diagnostik ermöglicht eine effektive Glaukom-Früherkennung und eine sehr genaue Verlaufsbeurteilung bei bereits vorhandenem Glaukom. Sie müssen aber mindestens jährlich durchgeführt werden, da geringe Verschlechterung durch eine weitere Untersuchung bestätigt werden müssen.
 

Die Behandlung eines Glaukoms hat zum Ziel, die vorhandenen Risikofaktoren zu minimieren.

Deshalb ist die Senkung des Augeninnendrucks die wichtigste Maßnahme. Dies geschieht mit verschiedenen Augentropfen. Die Tropfen müssen sehr regelmäßig und meist lebenslang angewendet werden. Augentropfen werden meist gut vertragen. Läßt sich der Druck mit Augentropfen nicht senken, so kann eventuell eine Laserbehandlung oder eine drucksenkende Operation helfen.

Der zweite wichtige Risikofaktor ist eine schlechte Sehnerven-Durchblutung. Dadurch kann es manchmal innerhalb weniger Tage oder Wochen zu einer erheblichen Verschlechterung des Sehvermögen kommen. Deshalb muß in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt oder Internisten die Herz- und Kreislauffunktion optimiert werden.

Insgesamt stehen uns heute eine Vielzahl von wirksamen und sicheren Behandlungskonzepten zur Verfügung. So lassen sich bei fast allen Glaukompatienten Einschränkungen oder gar der Verlust des Sehvermögens verhindern.

Wichtige Informationen:
Nehmen Sie Ihre Erkrankung und deren Behandlung sehr ernst. Die meisten Sehverschlechterungen entstehen, weil die verordneten Augentropfen nicht konsequent angewendet werden und weil die Kontrollintervalle nicht eingehalten werden. Vierteljährliche Kontrollen sind kein Luxus! Sie dienen Ihrer Sicherheit!

 

FACHÄRZTIN FÜR AUGENHEILKUNDE


Julia M. Claßen-Hartl

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